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Wein ist eine besondere Pflanze und die Weinlese eine kleine Kunst. Er wird schon seit Jahrtausenden kultiviert und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Ob als edler Tropfen, süßer Saft, Sirup oder Marmelade, seine Früchte sind vielfältig nutzbar. Und seine Pflanzen und Blätter, dienen uns wunderbar als Sichtschutz oder Verzierung an Hauswänden oder im Garten. Nicht zu vergessen die Farbenspiele seines Laubs im Herbst. Kein Wunder also, dass sich der eine oder andere unter euch dieses hübsche Multitalent auch in seinen Garten wünscht. Wie ihr euch richtig um euren Weinstock kümmert und am Ende der Arbeit seine süßen Früchte genießt, versuchen wir heute zu klären.

Erst die Arbeit, dann das Naschen

Bevor wir wie Gott in Frankreich in unserem Garten liegen und genüsslich unsere eigenen Weintrauben vertilgen können, müssen wir erst einmal etwas dafür tun. Zum einen benötigt unser Wein ein Örtchen an dem er sich hochranken kann. Das kann ein Pflanzkübel mit Rankgerüst sein, den man z.B. wunderbar als „Raumtrenner“ nutzen kann. Oder ein Rankgitter rund um unsere Pergola, als verzehrbarer Sichtschutz und Schattenspender. Oder eine Klettermöglichkeit an unserer Hauswand, zur Verzierung der Fassade. Zum anderen, sollten diese Orte gut zugänglich sein, da unser Wein gern eine Rundumbehandlung genießt. Außerdem profitiert euer Wein von einer guten Belüftung und einem ordentlichen Sonnenbad. Nach dem Einsetzen dauert es ca. 2-3 Jahre bis wir unseren Weinstock schließlich hochwachsen lassen können. Im ersten Jahr solltet ihr ausschließlich den kräftigsten Trieb hochziehen und konsequent alle Seitentriebe zurückschneiden. In dieser „Erziehungsphase“ sollte euer Weinstock einen kräftigen Stamm von ca. 50-80cm Höhe ausbilden. Damit könnt ihr nach einem Jahr fertig sein, es kann aber auch 2-3 Jahre dauern

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Die jährliche Pflege

Hat euer Weinstock einen ansehnlichen Stamm ausgebildet könnt ihr im zweiten oder dritten Jahr damit beginnen den Haupttrieb hochzuziehen. Ihr könntet euch dabei an die Methoden der Profis halten, das hat aber den Nachtteil, dass euer Wein wohl nur bedingt den Zweck erfüllt, den ihr ihm zugedacht habt. Besser ist es, ihr passt eure Methode auch euren Bedürfnissen an. Möchtet ihr eure Pergola oder eine Seite eures Carports begrünen, werden euch die Profimethoden nur wenig nützen. Hier werden nämlich jedes Jahr im Winter die meisten neuen Triebe auf ca. 80-90cm zurückgeschnitten. Da man so natürlich keinen üppigen Bewuchs erreicht, müsst ihr euren Beschnitt dementsprechend anpassen. Nichtsdestotrotz solltet ihr euren Wein jährlich ausdünnen. Im Sommer entfernt ihr die Blätter und Triebe die eure Trauben beschatten könnten und im Winter die, welchen den Haupttrieben nur unnötig Energie rauben. Ein gutes Maß ist es den Schnitt ca. 5 Blätter vor der letzten Traube zu setzen. Seitentriebe könnt ihr entweder ganz zurückschneiden oder einige in der Vertikalen stehen lassen, um im nächsten Jahr mehr Grün zu bekommen. Ihr solltet dabei immer 1-2cm Platz zum nächsten Triebauge lassen, damit dieses auch genügend Nährstoffe bekommt. Haltet eure Schere beim Schneiden ein bisschen schräg, um den Pflanzensaft gut ablaufen zu lassen.

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Die Weinlese – endlich ernten und genießen

Habt ihr euch die letzten zwei drei Jahre in Geduld geübt, könnt ihr euch nun endlich die Früchte eurer Arbeit schmecken lassen. Durch die zurückgeschnittenen Seitentriebe hatte euer Wein mehr Kraft um seine ganze Süße in eure Trauben zu stecken. Doch wann wisst ihr ob diese reif für die Ernte sind? Die Profis nutzen dazu ein sog. “Refraktometer”, dass ihnen den Zuckergehalt der Trauben anzeigt. Dieser sagt ihnen, ob die Trauben bereit sind zu Wein veredelt zu werden oder nicht. Wir hingegen halten uns an weniger technische Anhaltspunkte, die sich aber seit jeher bewährt haben.

  • Eure Weintrauben sollten eine durchgehend einheitliche Farbe aufweisen.
  • Die Kerne der Beeren haben sich bräunlich verfärbt.
  • Die Stiele der Früchte sind nicht mehr grün, sondern holzig
  • Und das Wichtigste: eure Weinbeeren schmecken süß.

Erfüllen eure Trauben all diese Kriterien, könnt ihr sie mit einer sauberen scharfen Schere ernten. Am besten entfernt ihr dabei auch gleich braune oder matschige Beeren, um die andere nicht mit Fäule zu gefährden.

Man erkennt zwei Gläser Wein und Trauben im Hintergrund

Oh mein Gott so viele Weintrauben!

Mit ein wenig Pflege und Geschick, zeigt sich Wein generell sehr dankbar und beschenkt uns, selbst aus nur einem Stock, mit reichlich Trauben. So stellt sich schnell die Frage, wohin mit den ganzen Vitaminbomben? Wenn ihr keine dankbaren Abnehmer in der Familie oder Nachbarschaft findet, die euch schon in der Erntezeit eure Pergola leer futtern, gibt es zum Glück reichlich Methoden eure Weintrauben haltbar zu machen. Beispielsweise könnt ihr sie zu einem Saft oder Sirup einkochen. Aber auch bei Zimmertemperatur sind eure Trauben einige Tage lagerbar, vorausgesetzt ihr lasst sie am Stiel. Gekühlt bei 4-5°C, könnt ihr die Haltbarkeit über ein paar Wochen ausdehnen. Doch habt ihr gewusst, dass ihr Weintrauben auch einfrieren könnt? Im Gegensatz zu den meisten anderen Früchten werden Weintrauben nach dem Auftauen nämlich nicht matschig. Löst die Weinbeeren dazu einfach vom Stängel, reinigt sie unter fließenden Wasser und gebt sie einzeln auf einen großen Teller. Achtung: die einzelnen Beeren sollten sich dabei nicht berühren! So vorbereitet geht es ab ins Schnelltiefkühlfach. Nach ca. 5 Stunden könnt ihr sie schließlich, komplett durchgefroren, in ein Gefriersackerl oder in eine Dose geben und so bis zu 6 Monate im Gefrierfach lagern. Der Vorteil: die getrennt gefrorenen Beeren kleben nicht aneinander und ihr könnt sie bequem einzeln verwerten. Am Kuchen, zum Einkochen oder als fruchtiger Eiswürfel in einem Cocktail. Achtet aber darauf, dass eure Kinder die kalten Beeren nicht in den Mund bekommen. Durch die glatte Schale können diese nämlich leicht verschluckt werden.

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