Die richtige Anzucht von Gemüse

Hände eines Gärtners, der gerade kleine Pflanzen einsetzt
Lesedauer: 4 Minuten
Aktualisiert am

Ein Gemüsegarten bedeutet zwar viel Arbeit, bereitet aber auch viel Vergnügen. Wer über einen einfachen Ziergarten hinausgehen will und gerne frisches Gemüse auf dem Teller liegen hat, legt sich einen kleinen Gemüsegarten zu. Essenziell für ein gutes Gelingen ist dabei die richtige und rechtzeitige Planung. Bei der Anzucht von Gemüse sollte man neben dem saisonalen Pflanzkalender, auch die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Gemüsesorten gut beachten. Denn nicht jedes Saatgut kann zu jeder Jahreszeit und an jedem Ort im Gemüsegarten ausgebracht werden. Die vorherige Anzucht an einem geschützten Ort ist daher bei vielen Sorten unumgänglich. Mit ein paar guten Tipps, dem passenden Pflegeequipment und etwas Experimentierfreude kann aber jeder problemlos zu einem echten Gemüse-Experten werden.

Warum die Anzucht von Gemüse?

Bei manchen Pflanzen ist die geschützte Anzucht notwendig, da sie eigentlich auf andere klimatische Verhältnisse zugeschnitten sind. Paprika, Tomate, Gurke und Kürbis beispielsweise stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen der Erde und können in unseren Breitengraden nicht im Freien keimen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll die Samen in der warmen und schützenden Umgebung eines Gewächshauses oder auch auf der Fensterbank vorzuziehen. So können sich die Samen zu kräftigen jungen Pflanzen entwickeln und anschließend ins Gemüsebeet umgesiedelt werden. Unsere heimischen Gemüsepflanzen kommen mit der hier herrschenden Witterung dafür gut zurecht und wachsen auch heran, wenn sie direkt im Garten gesät werden.

man erkennt Gemüse, welches grad in der Erde steckt

 

Rechtzeitig mit der Anzucht der Pflanzen starten

Der Beginn der Anzucht und der Termin für die Aussaat ist bei allen Gemüsesorten wichtig. Dies prägt nämlich die spätere Entwicklung der Pflanze. Paprika- und Tomatenpflanzen beispielsweise können bereits Anfang Februar in einem warmen Bereich vorgezogen werden. Im März ist dann der Haupttermin für Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi sowie Rot- und Weißkohl. Auch mit der Anpflanzung des Kopfsalats beginnt man in dieser Zeit. Im wärmeren April sind die Kräuterpflanzen Basilikum und Dill an der Reihe. Endivie , Grün-und Chinakohl sind im Juni dann auch bereit. Einen ausführlichen Anzuchtkalender zu führen hilft immens beim rechtzeitigen und richtigen Gemüseanbau im eigenen Garten.

auf dem Bild sind grünfarbene Tomaten zu sehen

Tipps für ein gutes Gelingen

Wenn die Zeit reif ist, um mit der Anzucht der ersten Gemüsesorten zu beginnen, werden die Samen der Pflanzen auf, speziell für die Anzucht geeignete Erde gelegt, und leicht angedrückt. Daraufhin wird das Saatgut mit etwas Erde bedeckt und leicht gegossen. Die Anzuchterde ist ein möglichst nährstoffarmes (nährstoffkontrolliertes), steriles und feinkrümeliges Substrat, welches dem Saatgut dadurch beste Wachstumsbedingungen bietet. Der optimale Ort für die Anzucht von Gemüse ist ein beheiztes Gewächshaus, in welchem rund um die Uhr für ideale Licht- und Temperaturverhältnisse gesorgt werden kann. Für den Heimgebrauch auf der Fensterbank gibt es darüber hinaus spezielle Mini-Gewächshäuser, die den Pflanzen ein optimales Klima bieten.

auf einem grün, weißen Tisch, steht eine Box mit Gemüse

Die Pflege der Anzucht

In der Zeit nach der Aussaat gibt es zwei gravierende Punkte, auf die ihr besonders achten solltet. Zum Einen, dass die Anzuchterde nie austrocknet . Zum Anderen, dass die Behälter möglichst an einem sonnigen Ort stehen. Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad sind optimal, heißer sollte es auf keinen Fall werden. Zusätzliche Hinweise findet ihr auf der Verpackung der Samen. Bereits nach wenigen Tagen werden die ersten Triebe an der Oberfläche durchbrechen. Bei den Aussaatgefäßen muss man darauf achten, dass sich in der Erde keine Staunässe bildet. Denn zu viel Wasser kann die jungen Wurzeln nachhaltig schädigen. Bei zu viel Wärme und wenig Licht könnten die Triebe der jungen Pflanzen sonst schwach und dünn werden.

Das Pikieren der Pflanzen

Sind die einzelnen Pflanzen wenige Zentimeter hochgewachsen, kann man sie vereinzeln. Das bedeutet, dass man die Gemüsepflanzen vorsichtig aus der Anzuchterde ausgraben und die Wurzeln vorsichtig voneinander zu lösen. Dafür kann entweder ein kleiner Löffel, ein Holzspieß oder ein spezieller Pikierst zum Einsatz kommen. Anschließend kommen die vereinzelten Pflanzen in seperate Töpfe, damit sie auch genug Platz haben, um anständig heranzuwachsen. Der Zwischenschritt des Pikierens und Umsetzens ist also notwendig, um den kleinen Pflanzen genug Platz für ihre Entwicklung in geschützter Umgebung zu ermöglichen.

auf diesem Bild sind viele grüne Pflanzen zu sehen

Das Übersiedeln in den Gemüsegarten

Wenn die Anzucht der Gemüsepflanzen erfolgreich war, können die herangewachsenen Pflanzen in den Gemüsegarten gesetzt werden, jedoch erst sobald dieser dauerhaft frostfrei ist. Die jungen Pflanzen müssen sich im Laufe der Zeit an die Außentemperaturen gewöhnen. Die optimale Lösung allerdings wäre, die Pflanzen unter Tags an einen hellen, aber auch schattigen Platz zu stellen. Dieser Vorgang wird ein paar Tage lang wiederholt, um die Pflanzen abzuhärten. Anschließend kann endlich die Bebauung im Gemüsegarten losgehen. Für die Pflanzung verwendet man eine Erde, die auch den Bedürfnissen der Gemüsesorten entspricht. Mittels des regelmäßigen Einsatzes von passendem Dünger kann zudem die weitere Nährstoffversorgung der jungen Pflanzen gewährleistet werden.

man erkennt Pflanzen, welche aus der Erde herausragen

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