Wie hoch darf ein Gartenzaun sein?

Zu sehen ist ein GUARDI Linea Balkon. Im Hintergrund ist ein schöner blauer Himmel
Lesedauer: 4 Minuten
Aktualisiert am

Einige Fragen treten auf, wenn man sich einen Gartenzaun kaufen möchte. Die aller häufigste Frage lautet: „Wie hoch darf ein Gartenzaun sein?“. Dies ist ein wichtiges Thema, das vor dem Kauf eines Zauns abgeklärt werden sollte. Unser Ratgeber bringt Licht ins Dunkle. Bald könnt ihr euch ganz sorglos an eurem Gartenzaun erfreuen!

Wie hoch darf ein Zaun sein in Österreich?

Die Vorschriften bezüglich der Höhe eines Gartenzaunes sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die einzelnen österreichischen Bundesländer haben hier verschiedene bewilligungsfreie Obergrenzen für die Höhe von Zäunen – inklusive Sockel oder baulicher Fundamente. Mehr dazu gleich.

Wie hoch darf ein Zaun ohne Genehmigung sein?

Um euch einen guten Überblick zu schaffen, haben wir die Obergrenzen für jedes Bundesland in einer Liste zusammengefasst. Zusätzlich findet ihr Informationen, in welchen Situationen ihr ebenfalls eine Genehmigung für euren Gartenzaun benötigt. Wichtig zu wissen ist auch, dass ein Grundstück, das mit Zäunen oder Mauern vom Nachbargrundstück abgegrenzt ist, juristisch Einfriedung genannt wird.

Zäune in Niederösterreich

Die NÖ Bauordnung 2014 sieht Einfriedung als anzeigepflichtig, die keine baulichen Anlagen sind und gegen öffentliche Verkehrsflächen gerichtet werden. Außerdem müssen sich diese innerhalb eines Abstandes vom 7 m von der vorderen Grundstücksgrenze befinden. Dies kann unter § 15 Abs 1 lit. b NÖ BO 2014 nachgelesen werden. HIER geht es zur NÖ BO 2014.

Zäune in der Steiermark

In Steiermark wird die Höhe von Zäunen im Stmk. BauG geregelt. Einfriedungen mit einer Höhe von mehr als 1,50 m sind bewilligungspflichtig. Dafür gilt aber laut § 33 das vereinfachte Verfahren. Dies ist bei der Behörde schriftlich zu beantragen. HIER findet ihr alle benötigten Informationen.

Zäune im Burgenland

Die Höhe der Zäune im Burgenland ist in der Bgld. BauVO 2008 unter § 41 geregelt. Diese besagt, im Vorgartenbereich dürfen Einfriedungen im Burgenland einschließlich Sockel 1,50 m nicht übersteigen. Die maximale Höhe des Sockels ist auf 0,60 m begrenzt. Außerhalb des Vorgartenbereichs darf die Umzäunung nicht höher als 2 m sein. HIER geht es zur BauVO Burgenland.

Zäune in Tirol

Die TBO 2018 schreibt die gesetzliche Zaunhöhe in Tirol vor. Unter § 28 Abs 2 lit. b TBO 2018 wird beschrieben, dass Zäune bis zu einer Höhe von insgesamt 2 m anzeigepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig sind. Weder einer Baubewilligung noch einer Bauanzeige bedürfen Einfriedungen bis zu einer Höhe von insgesamt 1,50 mHIER geht es zur Tiroler Bauordnung.

Zäune in Salzburg

Das BauTG 2015 beschäftigt sich mit der Höhe der Einfriedungen in Salzburg. Ähnlich wie im Burgenland, wird auch hier zwischen Vorgarten und dem restlichen Gartenbereich unterschieden. Unter § 41 BauTG 2015 wird beschrieben, dass Vorgärten generell nicht eingefriedet werden dürfen. Es sei denn, besondere Gründe erfordern dies und das Orts-, Straßen- und Landschaftsbild wird dadurch nicht gestört. Außerhalb des Vorgartenbereichs darf die Umzäunung mit dem Gartenzaun nicht höher als 1,50 m sein. Auch hier gilt, dass das Bild nicht gestört werden darf. HIER geht es zum Salzburger Bautechnikgesetz.

Zäune in Vorarlberg

In Vorarlberg sind Einfriedungen bis 1,80 m nicht anzeigepflichtig. Allerdings gilt auch hier, dass die Gemeindevertretung Vorschriften erlassen kann, wenn dies im Interesse des Schutzes des Orts- und Landschaftsbildes ist. HIER geht es zum Gesetzestext.

Zäune in Wien

Die BO für Wien regelt die Höhe der Einfriedungen in Wien. In Wien sind Einfriedungen bis zu einer Höhe von 2,50 m bewilligungsfrei. Auch hier müssen Zäune so gestaltet sein, dass sie das örtliche Stadtbild nicht beeinträchtigen. HIER geht es zur Bauordnung für Wien.

Zäune in Kärnten

Die Kärntner Bauordnung 1996 sieht keine Baubewilligung für Einfriedungen bis zu 1,50 m Höhe vor. Gemeinsam mit einer Sockelmauer darf der Zaun bis zu 2 m hoch sein. Mit einer Stützmauer im Sinne der lit. l bis zu 2,50 mHIER geht es zur K-BO 1996.

Zäune in Oberösterreich

In Oberösterreich wird die Höhe der Einfriedung durch die Oö. Bauordnung 1994 geregelt. Diese besagt, dass Zäune von einer Höhe von mehr als 1,50 m anzeigepflichtig sind. Stützmauern mit einer aufgesetzten Einfriedung mit einer Gesamthöhe von mehr als 2,50 m sind ebenfalls vor Beginn der Bauausführung anzuzeigen. HIER geht es zur Oö. BauO 1994.

Richter-Hammer, Waage, Handschellen und gelber Helm eines Bauarbeiters stehen auf einem Holztisch

Wie hoch darf ein Sichtschutz sein?

Grundsätzlich ist es ratsam, die landesrechtlichen Vorgaben bezüglich der Höhe eines Sichtschutzzaunes bei der zuständigen Behörde zu erfragen. Sicher ist, dass in der Bauordnung Wiens folgendes geregelt ist: „Das Stadtbild darf optisch nicht beeinträchtig werden und im Vorgarten darf der freie Durchblick zudem nicht verhindert werden.“ Im Burgenland sagt die Bauordnung, „im Vorgartenbereich dürfen Einfriedungen im Burgenland einschließlich Sockel 1,50 m nicht übersteigen. Die maximale Höhe des Sockels ist auf 0,60 m begrenzt. Des Weiteren darf der Gartenzaun über dem Sockel nicht undurchsichtig sein. Außerhalb des Vorgartenbereichs darf die Umzäunung nicht höher als 2 m sein. Diese darf auch undurchsichtig, also blickdicht, ausgeführt werden.“

Wie hoch darf ein lebender Zaun sein?

Tatsächlich lässt es sich nicht eindeutig beantworten, welche Obergrenze für die Höhe eines lebenden Zauns gilt. Das liegt vor allem daran, dass es nur Richtlinien im Baugesetz gibt, aber meist keine festen Höhen. Ausnahmen sind hier das Burgenland: Der natürliche Schutz, also Hecken, etc. dürfen nicht höher als 3 m sein. Die Höhe berechnet sich vom Gehsteig aus. In Graz darf der lebende Zaun mit einem Abstand von einem halben Meter nur 2,5 m hoch sein. Allerdings, je weiter die Hecke von der Grundstücksgrenze entfernt ist, desto höher darf sie sein.

 

Ein Garten in dem ein schwarzer Sichtschutzzaun aus Aluminium steht

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2 Kommentare
  1. Peter Dahmen sagte:

    Als Haus- und Gartenbesitzer habe ich ein Interesse daran, dass meine Privatsphäre geschützt bleibt. Zäune dienen für mich als Sichtschutz. Was ich bei den Regeln aber nicht verstehe, sind die Gründe für eine Anzeigenpflicht bei beispielsweise Zäunen ab 1,50m Höhe. Wer nah am Zaun steht, kann mit einer Körpergröße von 1,80m trotzdem in meinen Garten schauen. Ich verstehe ja, das ein Zaun nicht „unendlich“ in die Höhe ragen darf. Das sind sicher ästethische Gesichtspunkte, aber zumindest die durchschnittliche Körpergröße als Maßstab sollte überall gelten.

    Antworten
    • Guardi Experts sagte:

      Hallo Peter!
      Vielen Dank für deine Nachricht! Natürlich ist es verständlich, dass du deine Privatsphäre schützen möchtest, und das ist mit den örtlichen Vorgaben nicht immer durchsetzbar. Allerdings bedeutet eine Anzeigepflicht ja noch nicht, dass die Höhe nicht gebaut werden muss, sondern lediglich, dass die Gemeinde informiert werden muss und bewilligen muss. Im Einzelfall ist es immer am besten, mit der Gemeinde Rücksprache zu halten und nach einer passenden Lösung zu suchen. Liebe Grüße, Dein GUARDI Team

      Antworten

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