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Winterharte Teichpflanzen – ein Ratgeber für alle Arten & Zwecke

Der Winter hat Einzug in Österreich gehalten. Weihnachten naht. In manchen Regionen wird zu diesem Feste gerne Karpfen kredenzt. Euren Fischen im Gartenteich geht es da besser. Sie fallen quasi in den Winterschlaf. Im Frühling gibt es bei einigen Teichbesitzern aber das böse Erwachen. Ihr habt sicher auch schon von algenübersäten Teichen, abgestorbenen Pflanzen und ja auch toten Fischen gehört. Das soll euch nicht passieren! Deshalb geben wir euch Tipps und Tricks zur Hand um euren Teich und dessen Bewohner gegen alle Widrigkeiten zu schützen.

Wintertaugliche Teichpflanzen – ein Überblick

Einheimische Wasserpflanzen erweisen sich durchweg als winterhart. Sie ziehen ihre Triebe ein oder bilden Winterknospen die am Boden ausharren, um im nächsten Frühjahr erneut zu gedeihen. Nachdem ihr ihnen im Herbst einen Rück- und Auslichtungsschnitt, quasi ein Komplettservice unterzogen habt, verweilen die Pflanzen während der kalten Jahreszeit an Ort und Stelle. Bei exotischen Stauden stellt sich der Sachverhalt etwas anders dar, denn sie beginnen bereits ab 10° Celsius zu frieren. Um die exotischen Teichpflanzen gut durch den Winter zu bringen gibt es 3 Möglichkeiten:

  1. Nehmt als Winterquartier ein genügend großes Aquarium.
  2. Alternativ könnt ihr sie auch in einem umfunktionierten Bottich oder Ähnliches einsiedeln.
  3. Im kühlen Raum (z.B. Keller) überwintern und frühestens Mitte/Ende Mai wieder einsetzen im Teich.

Es ist also empfehlenswert, auf einheimische Teichpflanzen zurückzugreifen. Ein bisschen Patriotismus darf schon sein. Wer sind also Austria´s Top Teichpflanzen? Wir zeigen euch die beliebtesten einheimischen und winterharten Teichpflanzen gegen Algen.

Teichpflanzen gegen Algen – Für jeden Bereich

Im Gartenteich herrscht ein empfindsames Gleichgewicht, an dem die Pflanzen einen großen Anteil haben. Sie tragen nicht nur zur Idylle bei, sondern bieten Schatten sowie Unterschlupf für Fische und Kleinlebewesen. Zudem tragen sie erheblich zu einer guten Wasserqualität bei.

Nehmen allerdings Algen im Gartenteich überhand, wird dieses Gleichgewicht gestört und das Wasser kippt. Da Algen für ihr Wachstum Licht, Wärme und Nährstoffe brauchen, solltet ihr diese Faktoren in eurem Gartenteich minimieren. Das gelingt mit schnellwachsenden Wasserpflanzen. Sie entziehen dem Teich, die fürs Algenwachstum notwendigen Nährstoffe. Für jeden Teichbereich gibt es die richtige Pflanze:

Teichbepflanzung für den Sumpfbereich

Das Sumpfvergissmeinnicht ist eine ideale Pflanze für den sumpfigen Randbereich des Gartenteiches. Sie ist mehrjährig, winterhart und erfreut Gartenteichbesitzer ab Mai über Monate hinweg mit ihren kleinen, blauen Blüten. Die pflegeleichte Pflanze breitet sich – in einer kleinen Gruppe angepflanzt – schnell im Gartenteich aus.

Auch die Sumpfschwertlilie ist robust und eignet sich für die Bepflanzung der Sumpfzone in größeren Gartenteichen. Ihr solltet sie grundsätzlich in einen Pflanzkorb setzen, damit sie nicht den anderen Teichpflanzen den Lebensraum streitig macht. Die Teichpflanze wird bis zu zwei Meter hoch und erfreut Gartenbesitzer zwischen Ende Mai und Mitte Juni mit ihren leuchtend gelben Blüten.

Guardi_Österreich_Sumpfschwertlilie
Teich, Sumpfschwertlilie

Teichpflanzen für die Flachwasserzone

Tannenwedel sind durch ihr schnelles Wachstum wirksame Teichpflanzen gegen Algen. Sie gedeihen am besten in der Flachwasserzone und ragen mit ihren tannenähnlichen Wedeln weit über die Wasseroberfläche hinaus. Ihre dunkelroten Blüten bilden einen schönen Kontrast zu den nadelförmigen Blättern. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist für die mehrjährige und winterharte Wasserpflanze ideal. Da sich die Tannenwedel schnell ausbreitet, solltet ihr auch sie in einen Pflanzkorb setzen.

Der Froschbiss ist eine Schwimmblattpflanze, deren herzförmige Blätter auf der Wasseroberfläche treiben. Zwischen Juni und August beginnen die weißen Kronblüten zu blühen. Der Froschbiss gedeiht in kalkarmem und weichem Wasser und benötigt eine sonnige, freie Wasserfläche im Gartenteich. Das Anpflanzen ist sehr einfach: Ihr setzt lediglich die Schwimmblattrosetten auf die Wasseroberfläche. Im Laufe der Zeit bilden sich lange Ausläufer, an denen neue Blattrosetten wachsen.

Der Effekt der Schwimmpflanzen

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Froschbiss, Blätter, Wasser, Teich

Vorrangig bei flachen, etwas kleineren Teichen beugen die relativ großen Blätter vom Froschbiss dem überproportionalen Temperaturanstieg des Teichwassers vor, was sich wiederum vorteilhaft auf Sauerstoffgehalt und Gasaustausch innerhalb des Beckens auswirkt. Abgesehen davon ist auch der optische Eindruck solcher wohldurchdachten Pflanzengemeinschaften, die vielleicht noch zu unterschiedlichen Zeiten verschieden bunt blühen, besonders angenehm.

Wasserpflanzen für die Tiefwasserzone

Die Weiße Seerose solltet ihr ausschließlich in große Gartenteiche pflanzen, denn sie breitet sich schnell aus und bedeckt die Wasseroberfläche mit ihren langstieligen Schwimmblättern. Damit sie nicht zu sehr wuchert, solltet ihr auch diese Teichpflanze in einen Korb setzen. Die Weiße Seerose zählt zu den schönsten einheimischen Seerosenarten. Ihre etwa 12 Zentimeter großen, weißen Blüten blühen zwischen Juni und August.

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Seerose, weiß, Teich, Wasser

Fische brauchen Sauerstoff – Tipps und Tricks

Zu guter Letzt kümmern wir uns noch um die Bewohner eures Teiches. Für Fische im Teich bedeutet die Winterzeit eine Ruhepause. Kreislauf und Stoffwechsel sind stark vermindert, so dass auch nicht zugefüttert werden muss; die natürliche Nahrung im Teich genügt vollauf. Eisfrei müssen Sie deshalb den Teich nicht bekommen. Eine Eisdecke schadet den Fischen nicht, sie können auf den Grund des Beckens fliehen und dort ausharren, sofern der Teich ausreichend tief ist (mindestens einen Meter). Allerdings muss für den Gasaustausch gesorgt werden: Fische benötigen Sauerstoff – und den bekommen sie unter der geschlossenen Eisdecke oft nicht ausreichend. Wer jetzt aber hilfsbereit mit dem Pickel ein Loch in die Decke schlägt sollte wissen, dass er mit dem gewaltigen Getöse die Tiere in Panik versetzt, und dass bei extremen Druckverhältnissen unter dem Eis auch die Schwimmblase der Fische springen kann. Besser: Bei drohendem Frost ein Stück Holz ins Wasser stellen und einfrieren lassen.

Ihr seht es gibt genügend Möglichkeiten um seinen Teich vor Algen zu schützten und seinen Fischen das Überwintern im Gartenteich zu erleichtern. Die richtige Pflanzenwahl sorgt für das nötige Gleichgewicht in eurem Teich. Wenn ihr die Tipps und Tricks berücksichtigt steht einem winterfitten Gartenteich nichts mehr im Wege. Teilt eure Erfahrungen mit uns und kommentiert fleißig!

1 Kommentar

  1. Gustav Sucher

    Hallo, danke für die tipps! Ich hätte total vergessen, dass der Teich auch irgendwie überwintern muss. Die Fische brauchen schließlich auch etwas Möglichkeiten um zu überwintern. Danke für alle Tipps!

    Antworten

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